…gern gehörte Botschafter des Tollensewinkels

Seit vielen Jahren sind sie landesweit unterwegs, die Blasmusiker aus Wildberg. Mit ihrem am Ideal der böhmischen Blaskapellen orientierten Musizierstil treffen sie nicht nur den breiten Publikumsgeschmack, sondern erfreuen auch den Blasmusik-Kenner, der die scheinbar mühelose Leichtigkeit des Spiels und das virtuose Können der Instrumentalisten zu schätzen weiß. Bis es aber dahin kam, war es doch ein nicht immer einfacher Weg. Ganz am Anfang stand die Idee von Fritz Steinke, der 1979 für die LPG Breesen ein musikalisches Freizeitangebot realisieren und zugleich ein kulturelles Aushängeschild für den Betrieb schaffen wollte.

Die finanzielle Unterstützung durch die Breesener Genossenschaft sicherte ein solides Finanzfundament für die Beschaffung der Instrumente und für die Kosten der jahrelangen musikalischen Ausbildung. Vorzügliche Lehrer wie der frühere Solo-Posaunist der Neubrandenburger Philharmonie Georgi Janev und seine Kollegen Witt, Behm und Milkow wurden engagiert und machten sich mit Beharrlichkeit ans Werk. Aller Anfang aber ist bekanntlich schwer! Schließlich sind auch in der Welt der Musik die Meister so gut wie nie vom Himmel gefallen und wer je versucht hat, als Erwachsener noch ein Instrument zu erlernen, wird sehr wohl nachvollziehen können, dass nicht alle Töne, die in den Anfangsmonaten aus dem Probenlokal in Wildberg drangen, der reine Ohrenschmaus waren. Mit Energie und Durchhaltevermögen streifte man aber den Anfängerstatus recht schnell ab und bereits nach einem Jahr traute sich das Ensemble an die Öffentlichkeit. Von Jahr zu Jahr wuchs das Repertoire beständig und bald war es für die Musikanten kein Problem mehr, komplette Konzertprogramme darzubieten.

Wenn eine Gruppe gekonnt und publikumswirksam musiziert, dann ist dies natürlich ein Anziehungspunkt für Instrumentalisten aus der ganzen Region. Von Neubrandenburg bis Basepohl und von Gevezin bis Carlshof kamen zahlreiche Musiker – einmal auch ein fünfköpfiger Familienverband – nach Wildberg, um sich dem Orchester anzuschließen. Im Laufe seines Bestehens haben mehr als 60 Musiker mitgewirkt – viele von ihnen über Jahrzehnte hinweg. Anerkennung für die künstlerische Leistung gab es nicht nur vom dankbaren Publikum, sondern auch von Seiten der Verbände: Schon in den ersten zehn Jahren seines Bestehens erhielt das Ensemble mehrfach eine Urkunde für „hervorragendes Volkskunstschaffen“ und wurde bei einem Wertungskonzert mit dem Prädikat „Oberstufe“ ausgezeichnet. Viele Mitglieder sind mit goldenen und silbernen Ehrennadeln der Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikverbände geehrt worden.

Die gute Verankerung im Raum Tollensewinkel, die Anerkennung ihrer künstlerischen Leistung und die Wertschätzung ihrer sozialen Funktion machte es den Blasmusikanten auch möglich, schwierige Phasen in der Entwicklung weitgehend schadlos zu überstehen. Das Wegbrechen der finanziellen Unterstützung in der Nachwendezeit wurde durch Sponsoren – unter ihnen auch die Agrargesellschaft Breesen quasi als Nachfolger der aufgelösten LPG –, durch kommunale Unterstützung – insbesondere durch die Gemeinde Wildberg –, Freunde und Förderer kompensiert. Offensichtlich konnte sich niemand Fackelumzüge, den Karneval oder die Geselligkeit im Rahmen von Dorffesten etc. ohne die Musikanten vorstellen.

Seit 1991 ist das Ensemble ein eingetragener Verein und firmiert als „Wildberger Blasmusikanten e.V.“ Auch wenn der Abschied vom langjährigen Leiter Georgi Janew im Jahr 2007 nicht leicht gefallen ist – die gut vorbereitete Stabübergabe an Waldemar Meier sorgte auch in dieser Hinsicht für einen reibungslosen Übergang.

Wie viele der der erst wöchentlich, heute 14täglich angesetzten Probenabende wohl seit 1979 gemeinsam absolviert wurden? Bereits 2004 zählte man 1200 und seither sind sicher viele hundert dazugekommen, das Zählwerk für die öffentlichen Auftritte bleibt zum Jahresende 2016 bei sagenhaften 719 stehen! Die Blasmusiker neigen also nicht dazu, sich auf den errungenen Lorbeeren auszuruhen und arbeiten stetig an der Perfektionierung und an neuem Repertoire. Gastspiel-Einladungen zu festlichen Anlässen und Festivals in 85 Orten sind nicht nur ein verdienter Lohn für die aufgewandte Mühe, sie sind auch ein untrüglicher Nachweis für die gebotene hohe Qualität und beste Unterhaltung.

Heute besteht der Verein aus 10 Blasmusikern. Dem stehen Heiko Tramp als Vorstandsvorsitzender und Waldemar Meier als musikalischer Leiter vor. An Hand der oben genannten Mitgliederzahl ist zu erkennen, dass die „Wildberger Blasmusikanten“, wie andere Vereine auch, große Nachwuchssorgen haben. Jeder Interessent, der im Verein Musik machen möchte, ist herzlich willkommen.

Zu erreichen sind wir unter den unten genannten Kontaktmöglichkeiten:

www.wildberger-musikanten.de

Vorstandsvorsitzender Heiko Tramp: 0152 – 52 15 34 88
Musikalischer Leiter Waldemar Meier: 0179 – 62 77 00 7