Die Überlieferungsdichte für unsere Dörfer ist erstaunlich groß – deutlich größer als für die meisten Gutsdörfer, die in der Vergangenheit in der Hand des Landadels waren. Die schreibkundigen Klosterleute und später die herzogliche bzw. königliche Verwaltung haben viele schriftliche Quellen hinterlassen, die Aufschluss über die Lebensumstände in den verschiedenen Epochen geben können.

Zeitfenster 1249:
Wildberg und Wolkow unter dem Krummstab

Zeitfenster 1308:
Die Pfarrei Wildberg wird dem Archidiakonat Stolpe unterstellt

Zeitfenster 1540:
Der Pommernherzog greift nach der „Hovemeisterei“ Treptow mit Wildberg und Wolkow

Zeitfenster 1563:
Das Handels- und Bankhaus Loitz aus Stettin wird Pächter der „Hovemeisterei“ und der Reinfeldischen Dörfer

Zeitfenster 1566:
Herzog Ernst Ludwig kauft die Reinfeldischen Dörfer – für Wildberg und Wolkow wenig Grund zur Freude

Zeitfenster 1609:
Die „Pfänderspiele“ des Herzogs Philipp Julius machen Wildberg zum Vorwerks-Standort

Zeitfenster 1611:
Wiliberg und Woltzkow auf der Karte des Eilhard Lubinus

Zeitfenster 1616:
Henneke Kardorff tut alles, um nicht Ehrenbürger von Wildberg zu werden

Zeitfenster 1623:
Ein Mecklenburger hat Grund, sich mächtig zu ärgern

Zeitfenster 1648:
Wildberg und Wolkow unter den drei Kronen

Zeitfenster 1697/98:
Wildberg im Visier der schwedischen Landvermesser

Zeitfenster 1720:
Der Preußenadler nistet sich in Wildberg und Wolkow ein

Zeitfenster 1749:
Friedrich der Große lässt im Wildberger Holz siedeln

Zeitfenster 1774:
Ein neues Schul- und Küsterhaus für Wildberg, ganz im „Ökotrend“ und mit einem Schuss Exotik

Zeitfenster 1779:
Ein Stettiner Pastor schaut auf Fouquettin, Wildberg und Wolkow

Zeitfenster 1788:
Ein berühmter Kartograph schaut über die Grenze

Zeitfenster 1817:
Der große Umbruch – die Wildberger Dorfschaft kauft das Vorwerk

Zeitfenster 1865:
Der Geograph und Ethnograph Dr. Heinrich Berghaus beschreibt Fouquettin, Wildberg, Wolkow und Wischershausen

Zeitfenster 1905:
Auch vermeintlich „dürre“ Statistik liefert interessante Einblicke in die Dorfentwicklung

Mindestens 766 Jahre örtliche Historie fordern natürlich auch Tribut. Noch gibt es zahlreiche „blinde“ Zonen in der Überlieferung und so müssen sicherlich besonders interessante Zeitfenster wie die Periode des Dreißigjährigen Krieges oder die Jahrhunderte der Klosterherrschaft zunächst noch weitgehend geschlossen bleiben. Immer aber gibt es Aussicht auf neue Erkenntnisse bei der Durchsicht der Archivbestände.

Wenn es ein besonderes Hindernis für die Arbeit an unserer Chronik gibt, dann ist es die geographische „Streubreite“ der Aufbewahrungsorte für die wichtigen Dokumente: Interessante Quellen finden sich in den Archiven von Stockholm, Kopenhagen, Flensburg, Lübeck, Schwerin, Greifswald und Stettin. Andererseits hat die Digitalisierung der Archivalien und die Verfügbarkeit im Internet den Zugang oft erleichtert und die Unterstützungsbereitschaft aller Archivare ist als vorbildlich zu bezeichnen.

Besonderen Dank schulde ich Herrn Heiko Wartenberg vom Landesmuseum in Greifswald, Herrn Dr. Dirk Schleinert, Stadtarchivar in Stralsund, Herrn Dr. Martin J. Schröter aus Hamburg sowie Frau Kirsten Schäffner vom Landesarchiv in Greifswald.

In den nächsten Jahren werden sich sicher noch weitere Zeitfenster öffnen lassen.

Gerhard Fink
September 2015

6 Gedanken zu „Dorfchronik Wildberg, Wolkow, Fouquettin & Wischershausen

  • 11. Januar 2017 um 14:28
    Permalink

    Ich bin 1946 in Wildberg geboren und habe dort bis 1972 gelebt.MIt grossem Interesse habe ich Ihre Chronik über Wildberg gelesen und viel Neues erfahren. Über eine Weiterführung der Chronik würde ich mich sehr freuen. Vielleicht können Sie für mich in Erfahrung bringen, wann und von wem die Molkerei in Wildberg errichtet wurde.
    Viele Grüße aus Niedersachsen von Norbert

    Antworten
    • 28. Januar 2017 um 16:10
      Permalink

      Hallo Herr Donner, über Ihr Interesse und den freundlichen Kommentar zur bisher veröffentlichten Chronik habe ich mich sehr gefreut – schön, zu sehen, dass auf dem Wege Internet auch Wildberger in der Ferne erreicht werden. Was die Molkerei anbetrifft: Ich bin derzeit mit einem Kapitel beschäftigt, dass den Zustand des Dorfes unmittelbar vor dem 2. Weltkrieg erfassen soll. Gut möglich, dass hier auch die Molkerei hineinspielt – sie hat ja wohl schon vor 1939 den Betrieb eingestellt.

      Viele Grüße Gerhard Fink, Wildberg

      Antworten
    • 18. März 2017 um 10:24
      Permalink

      Hallo Herr Donner,
      im Rahmen eines Vortrags in unserer Bibliothek habe ich einen Teil meiner Chronik-Kapitel vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit habe ich von einem Besucher den Lebenslauf eines Molkerei-Instruktors Carl Schwarz, Jahrgang 1865 bekommen, der bis 1894 Betriebsleiter der Genossenschafts-Molkerei in Wildberg war. Er könnte der erste in der Reihe gewesen sein – das Gebäude stammt zweifellos aus dieser Zeit. Die Milcherzeuger der Gegend haben demnach eine Genossenschaft gegründet und den Bau erstellt. Interessant wäre jetzt noch, ob die Aufgabe des Molkereibetriebs in den Dreißigerjahren mit einer Verlagerung nach Altentreptow zusammenhängt.
      Viele Grüße aus Wildberg
      Gerhard Fink

      Antworten
      • 20. März 2017 um 13:39
        Permalink

        Hallo Herr Fink,

        vielen Dank für Ihre E-Mail mit den Informationen über die Molkerei in Wildberg, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich werde Ihre weiteren Nachforschungen mit grossem Interesse weiterhin verfolgen, um weitere Neuigkeiten aus der Chronik meines Heimatdorfes zu erfahren.
        Mit freundlichen Grüßen
        Norbert Donner

        Antworten
        • 28. Juni 2017 um 20:30
          Permalink

          Hallo Herr Fink,

          ich bin gerade per Zufall über Ihre Informationen zur Molkerei in Wildberg gestoßen. Meine Großmutter stammte aus Wildberg (Jahrgang 1920) und hat Milchwirtschaft studiert (?). Meines Wissens nach besaßen meine Urgroßeltern einen Molkereibetrieb, jedoch sind wir uns nicht sicher, ob sich dieser in Wildberg oder in Neuruppin befand. Die Spurensuche gestaltet sich leider sehr schwierig, da keiner mehr da ist, den ich fragen könnte und auch die Bilder von damals meines Wissens nach nicht mehr existieren. Könnten Sie mir sagen, ob Sie bei Ihren Nachforschungen auf den Namen Beer gestoßen sind?
          Mit freundlichen Grüßen,
          Anja Zwicker

          Antworten
          • 29. Juni 2017 um 10:15
            Permalink

            Hallo Frau Zwicker,
            vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Chronik. Ihre Anfrage betreffend kann ich nur den bisherigen Kenntnisstand wiedergeben – bisher ohne konkreten Hinweis auf den Namen Beer. Der Molkereibetrieb war wohl genossenschaftlich organisiert. Könnten Ihre Urgroßeltern eventuell auch Pächter eines solchen Betriebes gewesen sein? Das Geburtsjahr 1920 und der Geburtsort Wildberg sind natürlich ein gewichtiger Hinweis, dass die Urgroßeltern etwas mit der hiesigen Molkerei zu tun hatten – vielleicht auch noch vor dem Erwerb oder der Gründung eines eigenen Betriebs. Der Molkereibetrieb hier ist offenbar schon vor dem Krieg nach Altentreptow verlagert worden. Das Gebäude wurde späterhin zu Wohnzwecken genutzt. Ich werde künftig auf den Namen Beer achten. Könnte Ihre Großmutter im Taufregister erfasst sein?
            Mit freundlichen Grüßen
            Gerhard Fink

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